Vietnam-Notizen

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Die Sprachschule im Park

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Oft dauert es nur wenige Minuten bis sie vor einem stehen: Wer sich in der Parkanlage neben dem Touristenviertel von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) erholen will, wird schnell von Studenten angesprochen. Sie bitten um eine Unterhaltung, um so ihr Englisch zu verbessern. Einer von ihnen ist Son Duc Hoang. Der 18-Jährige studiert an der Universität Internationale Beziehungen.

Du kommst oft in den Park, um im Gespräch mit Touristen dein Englisch zu verbessern. Das klingt zunächst seltsam. Warum machst du das?

Son: Für uns Studenten sind englische Sprachkenntnisse sehr wichtig. Wer nach dem Studium Karriere machen will oder einen gut bezahlten Arbeitsplatz finden möchte, muss Englisch sprechen können. Dieser Park ist der beste Ort in Ho-Chi-Minh-Stadt, um sich mit ausländischen Touristen auf Englisch zu unterhalten und die Aussprache zu trainieren. Es ist umsonst und ich kann viel über andere Länder und Kulturen erfahren. Das ist sehr interessant.

Ist der Englisch-Unterricht in den vietnamesischen Schulen so schlecht?

In der Schule hatte ich sieben Jahre lang das Fach Englisch. Der Unterricht beschränkte sich allerdings auf Grammatik und Schreiben. Das war sehr langweilig. Wie man auf Englisch miteinander spricht und wie man die Wörter richtig ausspricht, haben wir fast überhaupt nicht geübt. Unsere Lehrer konnten die Wörter oft selbst nicht richtig aussprechen.

Wie häufig kommst du in den Park, um Touristen anzusprechen?

In der Woche komme ich rund drei Mal hierher, meistens für zwei bis drei Stunden. Als ich noch mehr Zeit hatte, war ich an fünf Tagen in der Woche hier.

Wie läuft ein solches Gespräch ab?

So wie eine Unterhaltung mit einem Menschen abläuft, den man nicht kennt. Ich stelle viele Fragen. Ich erkundige mich nach dem Namen, woher er kommt, wie lange er in Vietnam sein wird, was er schon gesehen hat, wohin er reisen wird und so weiter. Wenn es gut läuft, entwickelt sich ein richtiges Gespräch.

Und wie reagieren die Touristen, wenn du sie ansprichst?

Drei von vier winken gleich ab. Viele fürchten sich, dass ich Geld von ihnen will oder etwas verkaufen möchte. Viele haben auch keine Zeit oder sind in Eile. Wenn eine Unterhaltung zustande kommt, dauert sie maximal 30 Minuten, meistens ist sie viel kürzer.

Wie viele Studenten wollen denn in der Parkanlage ihre Englisch-Kenntnisse verbessern?

Es sind immer so um die 20 Studenten an jedem Tag hier. Viele kommen regelmäßig. Die Idee hat sich in den vergangenen Monaten herumgesprochen. Manchmal haben wir nun das Problem, dass nicht genügend Touristen für alle da sind.

Will sein Englisch verbessern: Der 18-jährige Son.

Son will sein Englisch verbessern.

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Written by Fabian Schweyher

25. Juni 2010 at 07:06

Vietnamesisch lernen

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Wer will in Deutschland Vietnamesisch lernen? Richtig, beinahe niemand. Entsprechend schwer ist es, einen Sprachkurs zu finden. In einer Kleinstadt erscheint es sogar unmöglich. Daher lohnt sich ein Blick auf digitale Angebote.

Meine erste Wahl entpuppte sich als Fehlgriff: Der Multimedia-Kurs von Sprachenlernen24 war schlicht und einfach mangelhaft. Die Menüführung chaotisch, die Inhalte schlecht aufbereitet.

Enttäuscht habe ich weiter gesucht – und bin schließlich auf den L-Lingo-Kurs gestoßen. Ein reines Internet-Angebot, ansprechend aufbereitet. Die ersten 40 Lektionen gratis, danach kostenpflichtig. Inzwischen bin ich bei Lektion 5 angelangt. Bislang bin ich zufrieden. Es macht Spaß.

Erkenntnis nach der Reise: Ein Sprachkurs bei einem professionellen Sprachtrainer in Vietnam ist die beste Wahl. Das ist vergleichsweise günstig und die Lernmotivation ist vor Ort natürlich größer. Auch lässt sich die schwierige Aussprache selbstständig nicht erlernen.

Written by Fabian Schweyher

14. März 2010 at 14:04

Veröffentlicht in Reisevorbereitungen

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