Vietnam-Notizen

Marihuana in der Hosentasche

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Die Augen des jungen Vietnamesen schauen müde, als er das Restaurant im Touristenviertel von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) betritt. Seit Stunden klappert er die Lokale ab. Immer mit einem ein Meter hohen Bücherstapel aus kopierten Reiseführern in seinen Händen, die er verkaufen will. Meistens ohne Erfolg. Das ältere holländische Urlauberpaar, das auf seinem Tisch bereits einen Schwarzdruck liegen hat, lässt ihn abblitzen.

Da erblickt er mich, kommt heran. Doch bevor er fragen kann, schüttle ich schon seitlich mit dem Kopf, während ich mir ein entschuldigendes Lächeln abringe. Der Vietnamese lächelt müde zurück, denn er hat ein zweites Angebot, fragt unverhohlen „Marihuana?“.

Ich verneine. Doch er lässt sich nicht abhalten und wie zum Beweis, was er zu bieten hat, kramt er einen Plastikbeutel Gras aus seiner Hosentasche. Da mischt sich die Holländerin ein: „You should not sell that. It is not good.“ Er dreht sich dem Paar zu – seine Augen fixieren träge die wohlgenährte Blondine. Angewidert sagt er: „Don’t tell the poor what is not good.“

Die Straße Bui Vien im Herz des Touristenghettos.

Bui Vien Straße im Touristenghetto.

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Written by Fabian Schweyher

28. Juni 2010 um 07:29

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