Vietnam-Notizen

Mit dem Fuggerexpress nach Vietnam

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Nach 22 Stunden, acht Colas, einem Spielfilm über südafrikanisches Football und einer Nacht auf drei Sitzplätzen hat meine Reise von Deutschland nach Vietnam ein Ende gefunden. Sanft setzte der Flieger auf der Landebahn von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) auf. Dabei hatte der Trip unfreundlich begonnen. Ein Rückblick.

Der Fuggerexpress bleibt wegen eines Bremsschadens im Augsburger Hauptbahnhof liegen. Um genau zu sein: nur der hintere Zugteil. Allerdings weiß das keiner der Ausgestiegenen. So braust die vordere Zuggarnitur plötzlich los und lässt mich ratlos zurück. Mit dem Nahverkehr in der Region werde ich mich vermutlich nie mehr anfreunden. Sei es darum. Die Welt wartet auf mich.

Flughafen München. Als ich die Maschine nach Bangkok betrete, schenkt mir die thailändische Besatzung ihr Lächeln. Das Flugzeug ist halb voll, hauptsächlich Geschäftsreisende sitzen darin. Die meisten Touristen sind im europäischen Winter auf dieser Route unterwegs.

Nach der Landung in der thailändischen Hauptstadt scheint mir grelles Sonnenlicht ins Gesicht. Der neue Flughafen ist weniger schick als vermutet. Unvergessen der alte Airport mit seiner Golfanlage zwischen den Rollbahnen.

Ich beobachte das Treiben. Schon komisch, wie sich die asiatischen Völker unterscheiden lassen. Thais, Khmer aus Kambodscha, vietnamesische Kinh. Jede Gruppe unterscheidet sich in Kleidung, Hautfarbe und Gesichtszügen.

Nach vier Stunden auf einem klebrigen Ledersessel geht es weiter nach Ho-Chi-Minh-Stadt. In dem Flieger sind hauptsächlich Asiaten unterwegs. Der Zufall will es, dass ich neben einem deutschen Geschäftsmann aus Nordrhein-Westfalen Platz nehme. Kurz nach der Landung steht er auf. „Wer schnell ausstiegt, lässt schnell die Einreisekontrolle hinter sich“, sagt er und flitzt mit seinem Rollkoffer aus der Maschine.

War es ein Fehler, dass ich auf dem Einreiseformular „Journalist“ als Beruf angegeben habe? Die gelangweilte Frau am Schalter mit der giftgrünen Uniform interessiert sich nicht dafür. Ihr reicht der Eintrag „Urlaub“ – und knallt den Einreisestempel der „Sozialistischen Republik Vietnam“ in den Pass.

Flieger nach Bangkok

Flieger nach Bangkok

Im Flughafen München

Im Flughafen München

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Written by Fabian Schweyher

7. Juni 2010 um 06:15

Veröffentlicht in Beobachtungen, In transit

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